Jeden Freitag, so ungefähr zwischen 9 und 11 Uhr schwebe ich zurzeit auf Wolke 7 - oder besser gesagt auf dem Rücken von "Ronny", einem Islandpony.
Ich bin dann so tiefenentspannt, dass ich fast vergesse, dass ich in Wirklichkeit gar nicht allein auf dem Pony sitze, sondern mit Frau H. aus meinem Klassenteam, und nicht durch eine fantastische Landschaft mit Sternenhimmel reite, sondern durch die Reithalle.

Ein halbes Jahr lang darf ich zusammen mit anderen Kindern aus meiner und einer anderen Klasse jede Woche zum therapeutischen Reiten fahren und bin jedes Mal völlig hin und weg - das ist immer sooo toll!
Ich fahre ganz normal mit dem Bus in die Schule und dann geht es auch schon bald wieder in einen Bus, der uns zum Reitstall bringt.
Dort müssen wir natürlich erst mal die Pferde aus ihren Boxen holen und ins Padock führen, wo wir sie putzen und eine Decke und einen Voltigiergurt draufmachen, wobei ich natürlich nach Kräften mithelfe.
Dann werden die Pferde erst mal eine Runde geführt. Da schaue ich lieber zu, denn mit meinem Rolli rollt es sich nicht besonders gut auf dem Reithallenboden.
Aber dann bin ich endlich dran und darf eine Runde auf Ronny drehen. Meistens setzt Frau H. sich hinter mich und hält mich fest, das gibt mir Halt und Sicherheit und ich kann mich richtig entspannen. Manchmal liege ich auch quer auf Ronnys Rücken, aber das hat irgendwie besser geklappt, als ich noch kleiner war.
Nach dem Reiten frühstücken die anderen Kinder. Da schaue ich wieder zu, weil das mit Schlauch und Spritze im Stall etwas unpraktisch ist. Ich bekomme dann etwas, wenn wir wieder in der Schule sind.
Aber auch die Pferde bekommen natürlich nach getanter Arbeit eine Stärkung und da gebe ich Ronny immer einen Apfel oder ein trockenes Brötchen zum Essen.
Mit Pferden kenne ich mich ja gut aus, denn jeden Sonntag besuche ich mit Papa auf unserer Joggingrunde die Pferde im Pferdehotel bei uns ganz in der Nähe. Das ist sozusagen Pferdetherapie to go. 😄
