Heute möchte ich euch mal von meinem Fahrrad erzählen. Also genau genommen ist es ein Therapiedreirad. Damit habe ich mittlerweile tolle Fortschritte gemacht und schaffe es schon bis zum Supermarkt und zurück. Dazu brauchen wir nur immer geradeaus unsere Straße entlang. Das ist zum Teil eine Spielstraße und sie ist ziemlich eben. Da fährt es sich wirklich gut.
Im Eckhaus schräg gegenüber bei uns wohnen ganz viele Kinder. Da sind meistens ein paar draußen oder stehen am Fenster und winken mir. Eins davon geht sogar in dieselbe Schule wie ich.
Hinten dran hat mein Dreirad eine Lenkstange und mal schiebt die Mama etwas mehr mit, mal weniger. Ganz allein treten ist allerdings immer noch ziemlich schwer. Das funktioniert meistens nur, wenn es ein bisschen bergab geht, auf dem Rückweg, kurz vor zu Hause. Oder wenn ich sehr motiviert bin, zum Beispiel beim Einkaufen im Supermarkt. Dort herumzukurven finde ich nämlich besonders klasse. Da bin ich der Mama schon manches Mal weggefahren. Na ja, zumindest ein paar Meter.
Manchmal bin ich auch nicht so fit und nicht so motiviert und lasse mich einfach nur schieben und meine Beine laufen mit. Dabei ist es eigentlich schon ein Erfolg, wenn die nicht plötzlich ganz steif werden und blockieren. Wenn das passiert, muss die Mama kurz ein Stück rückwärts fahren, damit meine Beine wieder locker werden. Denn mit Gewalt erreicht man da gar nichts.
Dabei bin ich mit meinem Fahrrad super wichtig, denn ich transportiere die Einkäufe. Im Supermarkt lädt die Mama alles in mein Körbchen und ich bringe es dann bis nach Hause. Da haben wir auch schon einen ganzen Packen Wasser gekauft, der für die Mama zum Tragen viel zu schwer gewesen wäre. Da kann sie wirklich froh sein, dass sie mich hat!