Nachdem ich eine lange Phase hatte, in der das Malen völlig brachlag, teilweise natürlich auch durch die Sommerferien bedingt, habe ich in den letzten Wochen fast schon exzessiv gemalt. Dabei war ich immer irgendwie auf der Suche. Nach meinen Themen, Motiven, meinem Stil und irgendwie auch nach mir selbst.
Dabei ist unter anderem eine Idee wieder an die Oberfläche gedrungen, die ich bereits vor langer Zeit hatte: Identische Szenen in zwei Varianten.
Als ich klein war, hatte ich das Pixiebuch "Rudis Stablampe". Dort gab es immer zwei Abbildungen desselben Szenerios, das im Dunkeln gruselig wirkte - etwa ein wütender Hammermann oder ein zähnefletschender Drache. Wenn Rudi sie jedoch mit seiner Lampe anleuchtete, stellten sie sich als völlig harmlos heraus, ein Haufen Schrott, eine Baustelle mit einem Bagger.
Fasziniert hat mich, dass man ein und dieselbe Szene so unterschiedlich darstellen konnte. Wobei es bei meiner Idee natürlich nicht um gruselige und harmlose Szenen geht, sondern um Traum und Wirklichkeit.
Auch in mein erstes Kinderbuch "Auf dem Spielplatz" ist diese Idee im Ansatz eingeflossen in der Traumsequenz, in der Marie nicht in ihrem Rollstuhl sitzt, sondern zu den anderen Kindern auf den Spielplatz rennt.
Mehr habe ich mir damals zeichnerisch noch nicht zugetraut. Auch wenn meine Zeichnungen weder damals noch heute Anspruch auf Perfektion erheben.
Nun habe ich diese Idee wieder aufgegriffen und im letzten Beitrag in Lenchens Blog umgesetzt, indem ich zwei Varianten von ihr auf dem Pferderücken gemalt habe.


Ich denke, ich werde sie noch ein bisschen weiterverfolgen und es werden noch mehr solcher Bilderpaare entstehen.
Hier noch die Ergebnisse einer kleinen Übung, die ich in diesem Zuge bei einem Online-Malkurs gemacht habe. Es ging dabei um verschiedene Stimmungen und Licht und Schatten. Ein Thema, mit dem ich immer ein bisschen auf Kriegsfuß stehe - wie gesagt, Perfektion war nie mein Ziel, aus gutem Grund. Aber hier lohnt es sich vielleicht mal ein bisschen mehr drauf zu achten.



Obwohl ich bei jedem Bild dieselbe Vorzeichnung mit meinem Lichttisch auf das Aquarellpapier übertragen habe, kommt der kleine Eisbär und sein Gesichtchen doch jedes Mal ganz anders raus. An der Ähnlichkeit der Szenen muss ich also auch noch arbeiten, Perfektionismus hin oder her.